Ron Adner: The wide lens (2012)

Inhalt: Es ist Adners Verdienst, Innovationen in einem größerem Kontext – dem Eco-system – zu betrachten. Übliche Ansätze setzen eher auf Verkürzung zwischen Kundenwünschen, Nachfrage, Markt, Nutzen, Risiko einerseits und dem Innovationsverhalten der Organisation andererseits. Das Ganze in einem größerem Kontext zu betrachten hat Vorteile z.B. die Vermeidung von Innovation Blind Spots (S.10). Leider erweitert Adner die Justierung der ,Linse` nur um zwei Segmente, nämlich die Co-Innovation (Wettbewerber und Substitute) und die Adoption Chain (andere Akteure), weitere wären denkbar: Technologie, Kunde, Geschäftsmodelle etc.
Diskussion: Das Buch ist gut zu lesen, macht Lust auf Innovationen, enthält viele Beispiele (zum Teil sehr – zu – ausführlich wie Michelin im Kap.1). Der Begriff Werkzeug mag etwas übertrieben sein für die vorgestellten Analyseinstrumente. Sei es drum, das Buch ist zu empfehlen, insbesondere denjenigen, die unter dem ,verengten Blick` (angelehnt an Rusts: Geist) leiden.
Etwas unpassend – aber das ist wohl dem amerikanischem Marketing geschuldet – empfinde ich dieses immer wiederkehrende Mantra des ,Man kann es schaffen, wenn man sich nur anstrengt und die richtige Strategie und Instrumente verwendet.`
Dann kann jeder innovativ und Innovationsführer sein. Das ist irreführend und in etwa so, wenn ich einem Nichtschwimmer erkläre, er (sie) könne Olympiasieger werden, wenn er sich nur richtig anstrenge und mit dem richtigen Trainer und Instrumenten arbeite. Innovationen sind immer mit Unsicherheit verbunden (S. 135: Every innovation effort will involve some uncertainty for both leaders and followers.“) und das ist gut so, sonst könnte es ja jeder.
Erfolgreiche Innovationen brauchen viel mehr, aber vor allem Passion und oft auch Glück.

Bewertung: 4 von 5

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